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In
"History" erfahren Sie verblüffende Highlights aus der faszinierenden
Geschichte der Luftfahrt.
Vor 60 Jahren: Der Jungfernflug der Comet
Am 27. Juli 1949 begann eine neue Ära im Luftverkehr - die de Havilland DH 106 Comet startete als weltweit erstes Passagierflugzeug mit Jettriebwerken in England zum Erstflug.
Als erster einer neuen Epoche hat man es nicht immer leicht. So kam es in den Folgejahren zu einer Serie von tragischen Abstürzen mit zahlreichen Todesopfern, welche sich die Konstrukteure nicht erklären konnten. Ende der vierziger Jahre gab es bereits mehrere Militärtypen mit Strahltriebwerken, jedoch wurde die Comet ähnlich konstruiert wie die Propellerflugzeuge aus jenen Tagen. Durch die wesentlich größere Reisegeschwindigkeit und die höhere Dienstgipfelhöhe wirkten jedoch ungleich stärkere Kräfte auf die Zelle, was schließlich zu den Abstürzen führte.
Als die mit zahlreichen Veränderungen versehe Comet 4 in Dienst gestellt wurde, flogen auch die amerikanischen Muster Boeing 707 und Douglas DC-8 sowie die französische Sud Aviation Caravelle. Auch wenn die letztgenannten kommerziell ungleich erfolgreicher waren als die Comet, so gebührt ihr dennoch ein wichtiger Platz in der Geschichte der zivilen Luftfahrt.
Um eine der historischen Maschinen zu besichtigen, müssen Sie noch nicht einmal nach Großbritannien reisen - auch die Flugausstellung in Hermeskeil besitzt ein Exemplar dieses weltweit ersten Passagierjets. Auch live können Sie die Comet mit etwas Glück noch erleben: Im britischen Bruntingthorpe http://www.bruntingthorpe.com/aircraft-museum.htm wird eine Comet 4 im flugklaren Zustand gehalten und rollt von Zeit zu Zeit recht schnell über die Bahn. Richtig aktiv können Sie die auf der Comet 4 basierende Nimrod Aufklärerflotte der britischen Royal Navy von Zeit zu Zeit auf einer Airshow bewundern. (Stefan Schmoll)
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de Havilland Comet in der Flugausstellung Hermeskeil
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Wußten Sie schon...
...dass auch schon mal bemannte Zieldarstellungsflugzeue eingesetzt worden sind, die nicht etwa ein Schleppziel hinterhergezogen haben, sondern auf die beim Übungsschießen direkt geschossen worden ist ?
Die bekannteste Art des Übungsschießens mit Rohrwaffen auf Luftziele ist der Beschuss von Luftsäcken, die von einem Zieldarstellungs- und Schleppflugzeug an einem langen Seil hinterhergezogen werden. Gegen Ende des Zweiten Weltkriegs wurden von den amerikanischen Luftstreitkräften aber auch bemannte Zieldarstellungsflugzeuge eingesetzt, die keine Schleppziele gezogen haben, sondern tatsächlich selbst das Ziel gewesen sind, auf das zu Übungszwecken geschossen wurde.
Es handelte sich hierbei um speziell für diesen Zweck umgerüstete Jagdflugzeuge vom Typ Bell P-63 Kingcobra mit der neuen Bezeichnung "RP-63". Bei diesen RP-63 Kingcobras waren die Bordwaffen ausgebaut worden und die Flugzeuge hatten zum Schutz vor den Übungsgeschossen eine etwa 680 Kilogramm schwere Duralumin-Panzerung bekommen. Für das Übungsschießen auf diese von einem im Cockpit sitzenden Piloten geflogenen Zieldarstellungsflugzeuge wurde eine spezielle Maschinengewehr-Übungsmunition verwendet, deren Geschosse beim Aufprall auf die RP-63 Maschinen zerplatzt sind, ohne größeren Schaden zu verursachen. Wenn die Übungsmunition das Flugzeug getroffen hatte, dann leucheten an der Maschine farbige Lichter auf, welche an die "Gewinn"-Blinklichter an einem Flipperautomaten erinnerten. Dies führte dazu, daß die etwas über 300 zu RP-63 Zieldarstellungsflugzeugen ausgerüsteten Kingcobras den Spitznamen "Pinball" erhielten, in Anlehnung an die englische Bezeichnung für Flipperautomaten ( "pinball machine" ).
Die auf unseren Fotos zu sehende Maschine vom Typ Bell P-63 E Kingcobra steht im National Museum of the United States Air Force in Dayton / Ohio. Dieses Flugzeug ist zwar eigentlich keine von den zu RP-63 Zieldarstellungsflugzeugen umgerüsteten Maschinen, wurde aber zu Ausstellungszwecken mit dem orangefarbenen Anstrich und den Markierungen einer solchen "Pinball"-Maschine versehen. (HS)
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...dass auch schon mal ein zweistrahliges Verkehrsflugzeug produziert worden ist, bei dem die beiden Triebwerke auf Pylonen oberhalb der Tragflächen angebracht waren?
Bei strahlgetriebenen Verkehrsflugzeugen ist es ja normalerweise so, dass die Triebwerke unter den Tragflächen befestigt sind, wie zum Beispiel bei den in großen Stückzahlen gebauten Maschinen vom Typ Boeing 737 oder Airbus A 320. Auch das sich die Triebwerke eines Verkehrsflugzeuges alle am Heck befinden ist durchaus normal, wie zum Beispiel bei dem Canadair Regionaljet oder den Maschinen der McDonnell Douglas DC-9 Serie. Auch die Kombination von zwei Triebwerken unter den Tragflächen und einem Triebwerk am Heck wurde bei in großer Zahl gebauten Düsenjets schon verwendet ( McDonnell Douglas DC-10 und Lockheed TriStar ).
In den sechziger Jahren wurde von der VFW ( = Vereinigte Flugtechnische Werke ) in Deutschland aber mit der VFW 614 auch schon mal ein zweistrahliges Verkehrsflugzeug für bis zu 44 Passagiere entwickelt, bei dem sich die beiden Düsentriebwerke oberhalb der Tragflächen befinden. Mit dieser ungewöhnlichen Triebwerksanordnung sollte bei der Benutzung von unbefestigten Start- und Landebahnen vermieden werden, dass Fremdkörper wie Sand und Steine in die Triebwerke gelangen. Diese Ausrüstung sollte die VFW 614 für den Verkauf in Länder der Dritten Welt interessant machen, wo sich Start- und Landebahnen oft in einem schlechten Zustand befinden und man vor allem in entlegenen Regionen mit derartigen Fremdkörpern, welche besonders von in tiefer Position unter den Tragflächen angebrachten Triebwerken angesaugt werden können, rechnen muss.
Der Erstflug einer VFW 614 fand im Jahre 1971 statt. Die VFW 614 war zwar ein sehr gutes Flugzeug, wurde aber nur in geringer Zahl von Kunden bestellt, so daß die Maschine leider kein wirtschaftlicher Erfolg gewesen ist. Die Produktion wurde daher im Jahre 1977 nach der Fertigstellung von insgesamt nur etwa 20 Maschinen beendet. Flugzeuge vom Typ VFW 614 wurden von drei zivilen Airlines eingesetzt : Der dänischen Cimber Air, sowie den französischen Fluggesellschaften Air Alsace und Touraine Air Transport ( TAT ). Ausserdem befanden sich drei Maschinen vom Typ VFW 614 über einen Zeitraum von 21 Jahren ( 1977 bis 1998 ) bei der Flugbereitschaft BMVg der deutschen Luftwaffe im Dienst.
Unsere Fotos zeigen die einzige VFW 614, die heute ( Stand 2008 ) noch aktiv geflogen wird. Die Maschine wird von dem Deutschen Zentrum für Luft- und Raumfahrt ( DLR ) als "ATTAS"-Forschungsflugzeug eingesetzt ( ATTAS = Advanced Technologies Testing Aircraft System ). Die Fotos entstanden während der Internationalen Luftfahrtausstellung ILA 2008 auf dem Flughafen Berlin-Schönefeld. (HS)
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...dass die Kampfflugzeuge vom Typ General Dynamics F-111 mit einem besonderen Rettungssystem für die aus zwei Mann bestehende Besatzung ausgerüstet sind ?
Während zweisitzige Kampfjets ja normalerweise mit einem individuellen Schleudersitz für jedes Besatzungsmitglied an Bord ausgestattet sind, ist bei der F-111 ( Spitzname "Aardvark" ) das komplette Cockpit als Rettungskapsel ( "Crew Escape Module" ) ausgelegt.
In der F-111 sitzen Pilot und Waffensystemoffizier nebeneinander. In einem Notfall kann jeder von beiden das Rettungssystem auslösen. Hierbei wird dann das komplette Cockpit mit den beiden Besatzungsmitgliedern an Bord mit starken Raketen vom Rumpf der Maschine nach oben weggeschossen und schwebt dann sicher am Fallschirm zur Erde. Um den Aufprall auf dem Boden noch weiter abzudämpfen verfügt das Crew Escape Module über aufblasbare Unterflur-Luftkissen. Bei einem Rettungsausschuss über dem Meer wird das Crew Escape Module nach der Landung mit aufblasbaren Schwimmkissen über Wasser gehalten und dient als Rettungsinsel. Das Crew Escape Module kann nicht nur während des Fluges, sondern auch bei null Höhe und null Geschwindigkeit ( also unter "Zero-Zero"-Bedingungen ) eingesetzt werden.
Unsere Fotos zeigen Kampfflugzeuge vom Typ General Dynamics F-111 der Royal Australian Air Force, sowie ein F-111 Crew Escape Module, welches im U.S. Air Force Museum in Dayton / Ohio ausgestellt wird. Es wurde am 19. Oktober 1967 als erste solche Rettungskapsel während eines echten Notfalls mit einer F-111 benutzt. Das Auslösen der Rettungskapsel erfolgte in einer Höhe von etwa 8.500 Metern und beide Insassen überlebten die Fallschirmlandung in dem Crew Escape Module unverletzt ! (HS)
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...dass im Vietnam-Konflikt die Lockheed Super Constellation auch als fliegende Rundfunkstation verwendet wurde? Bereits seit den frühen 50er Jahren wurde die Constellation unter der Bezeichnung WV-2 bei der US NAVY und als RC-121C bei der US Air Force zur Küstenüberwachung eingesetzt. Diese Einsatzbereiche wurden während des Vietnam-Krieges ausgebaut, zeitweise waren 25 verschiedene Versionen der mit mehr als sechs Tonnen Elektronik vollgepackten Maschinen im Einsatz. 1962 erschien erstmals die EC-121 mit dem drehbaren Radom, das noch heute charakteristisch für die "AWACS"-Flugzeuge ist. Der Einsatz als fliegende Sendestation dürfte jedoch zu den ungewöhnlichsten Verwendungen zählen. Auf diesem Wege konnte das TV- und Radioprogramm des amerikanischen Soldatensenders AFN (American Forces Network) ungestört von feindlichen Einflüssen zuverlässig gesendet werden - von der hoch über Vietnam kreisenden Super Constellation. (GS)
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...welche eindrucksvollen militärischen und zivilen fliegerischen Leistungen den deutschen Luftfahrtpionier Gunther Plüschow zunächst im Ersten Weltkrieg und dann später auch noch am Ende der zwanziger Jahre berühmt gemacht haben ? Sehen Sie hierzu unser >>> Special Gunther Plüschow
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...dass der Neuseeländische Luftfahrtpionier George Bruce Bolt erstmals Flugzeuge zur Anfertigung von Luftbildfotografien verwendete? Geboren 1893 in Dunedin (NZ), gründete George Bolt 1910 den Canterbury Aero Club, wo er mit weiteren Enthusiasten Gleiter baute. 1912 benutzte er diese frühen Segelflugzeuge für seine ersten Luftaufnahmen. In den folgenden Jahren machte George Bolt mehrfach durch durch fliegerische Höchstleistungen wie einen Langstreckenflug von Auckland nach Wellington in 5:06 Stunden (1918) und einen Höhenrekord (1919). Im selben Jahr war er der erste Postflieger Neuseelands. George Bolt blieb nach Einsätzen als Pilot der RAF und RNZAF im zweiten Weltkrieg zeitlebens der Luftfahrt verbunden. Er starb 1963.
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...dass der Airbus A340-600 mit einer Länge von 75,30 m das längste Verkehrsflugzeug der Welt ist? Dabei bietet die Kabine eine nutzbare Länge von knapp 61 Metern. In der Passagierversion finden hier bei Drei-Klassen-Konfiguration 380, in der Zwei-Klasssen-Bestuhlung sogar bis zu 419 Personen Platz. Das maximale Abfluggewicht dieses Passagierjets der Superlative beträgt 380 t. Bis Februar 2007 waren 74 A340-600 ausgeliefert, 121 Maschinen dieses Typs wurden bisher bestellt.
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...dass im Zweiten Weltkrieg auf britischer Seite auch ein
Jagdflugzeug zum Einsatz gekommen ist, welches über keinerlei nach vorne gerichtete
Waffen verfügt hat ? >>> Special Boulton
Paul Defiant |
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...dass bei der berühmten Berliner Luftbrücke
1948 - 1949 auch Flugboote vom Typ Short Sunderland zum Einsatz kamen. Als Landeflächen
dienten die Havel und der Wannsee. Die großen, viermotorigen Maschinen transportierten u.
a. Säcke mit Speisesalz zur Versorgung der eingeschlossenen Berliner Bevölkerung mit dem
wichtigen Mineral. Für diese Güter waren die Sunderland besonders geeignet, da das Salz
bei dem seewasserfesten Flugboot im Gegensatz zu den Landflugzeugen keine Korrosion
verursachte. |
 Short Sunderland |
| Nachdem im Jahr 2005 das 50-jährige
Bestehen der heute noch bestehenden `Lufthansa´ gefeiert worden ist, sollten wir
den 6. Januar 1926 nicht vergessen. An diesem Tag fand die Gründungsversammlung zur
nationalen Einheitsfluggesellschaft, der `Deutschen Luft Hansa AG´ statt. Die `Junkers
Luftverkehr AG´ und der `Deutsche Aero Lloyd´ gingen in die neue Gesellschaft auf. Das
berühmte Symbol - der aufstrebende schwarze Kranich - übernahm die neue Gesellschaft von
der in die `Aero Lloyd´ aufgegangene `Deutsche Luft-Reederei´. Die Farben Blau und Gelb
waren die Hausfarben der Junkers Luftverkehr sowie der großen Reedereien Hapag und
Norddeutscher Lloyd. Nachdem anläßlich der Leipziger Messe von 28. Februar bis 04. März
ein Flugsonderdienst stattgefunden hat, begann der offizielle Liniendienst der neuen
Gesellschaft am 6. April 1926. Neben den Mitarbeitern übernahm die Deutsche Lufthansa
natürlich auch die Flotten ihrer Vorgängergesellschaften. Und so begann für 165
Flugzeuge von 19 unterschiedlichen Mustern das neue Leben unter dem Kranich. Der
wichtigste Flugzeugtyp war mit 50 Maschinen die berühmte Junkers F13. Aber auch Dornier
Wal Flugboote, Fokker F II sowie entmilitarisierte Doppeldecker von Rumpler , AEG oder LVG
bestimmten die Anfangsjahre der Gesellschaft. |
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| Wußten Sie schon...
...dass die Gö 3 "Minimoa" das
erste Leistungssegelflugzeug der Welt war, das in Serie gebaut wurde? In den 20er und 30er
Jahren erlebte der Segelflug eine unglaublich rasante Entwicklung. Innerhalb weniger Jahre
wurden aus stoffbespannten Besenstielkonstruktionen, die gerade für einen Gleitflug von
wenigen Sekunden genügten, die Hochleistungssegler, mit denen Streckenflüge ohne
Zwischenlandung über hunderte Kilometer und Weltrekorde im Dauerflug mit mehr als 55
Stunden geflogen wurden. Als Martin Schempp nach seiner
Rückkehr aus den USA 1935 mit Wolf Hirths Unterstützung in Göppingen seine Firma
Sportflugzeugbau Schempp (ab 1938 Schempp-Hirth) gegründet hatte, wurde, nach der Gö 1
"Wolf" und dem Doppelsitzer Gö 2, aus dem Rekordflugzeug "Moazagotl",
das ein Einzelstück blieb, die in der Spannweite um 3 m verkleinerte "Minimoa"
(=Miniatur Moazagotl) abgeleitet. Alle vier waren Konstruktionen von Wolf Hirth, der dazu
wertvolle Ratschläge von Dr. Friedrich Wenk bekommen hatte. Von Juli 1935 bis August 1939
wurden 110 Stück dieses formschönen Mitteldeckers mit seinem charakteristischen
Knickflügel in Holzbauweise mit sperrholzbeplanktem Rumpf und stoffbespannten Flächen
gebaut. Heute existieren noch drei flugfähige Exemplare. (G. Schmid / K. Kössler) |
 Gö 3 Minimoa |
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...daß die Flugzeugmuster Bf 108, 109 und 110
bei der Luftwaffe bis zum Schluß nur so und nie mit "Me" bezeichnet wurden? Es
gibt keine einzige Dienst- oder Druckvorschrift wie Flugzeughandbuch, Bedienungsanleitung,
Exerzierkarte, Ersatzteilliste usw. bis hin zur letzten Ausführung der Bf 109, der K-14,
welche mit "Me" aufwarten könnte. Der Grund dafür ist in einer internen
Anweisung des damaligen Oberstabsingenieurs Roluf Lucht vom 8. November 1935 zu suchen, in
dem er alle in seinem Bereich (Technisches Amt des RLM, LC II) weisungsgebundenen
Dienststellen aufforderte, "Schriftstücke der Bayerischen Flugzeugwerke, deren
Inhalt die überholte Bezeichnung Me statt Bf aufweist, als nicht angenommen mit einem
entsprechenden Hinweis an die Firma zurückzusenden". Als Begründung für diese
Maßnahme nannte er die Notwendigkeit, eine einheitliche Behandlung der Typenbezeichnungen
der von dieser Firma hergestellten Flugzeugmuster zu gewährleisten. So blieb es bei den
genannten drei Mustern bei Bf, sogar nachdem die BFW im Jahre 1938 in die Messerschmitt AG
umgewandelt worden waren. Die Bezeichnung "Me" wurde erst für alle nach diesem
Zeitpunkt entwickelten Muster verbindlich. Das erste war die Me 210. (Karl Kössler) |
| Wußten Sie schon...
...daß die sogenannte RLM-Muster- oder Typenliste
gar nicht von diesem Amt stammt, sondern von ihm lediglich übernommen und fortgeführt
worden ist? Um dem bis dahin herrschenden Wirrwarr bei den Musterbezeichnungen der
Flugzeuge bei den einzelnen Firmen ein Ende zu bereiten, hatten bereits 1929/30 Gespräche
stattgefunden, bei denen wohl das Heereswaffenamt im Reichswehrministerium die treibende
Kraft gewesen ist. Unter Beteiligung einer Reihe weiterer Institutionen, aber auch der
Luftfahrtindustrie, einigte man sich auf den Ersatz der bisher von den Firmen frei
gewählten Bezeichnungen durch nun einheitlich festgelegte nach dem Vorbild der bis dahin
nur von Dornier und Rohrbach verwendeten Firmenkürzel Do bzw. Ro. Alle Firmen hatten in
Zukunft neu entwickelte Muster mit den ersten beiden Buchstaben ihres Firmennamens zu
bezeichnen, zu denen eine nun von einer Zentralstelle zugeteilte mindestens zweistellige
Zahl kam, die stets nur einmal vergeben wurde. Für die Firmenkürzel galt, daß der erste
Buchstabe groß, der zweite aber, unabhängig von der Herkunft, stets klein geschrieben
werden mußte. So war z.B. die Firmenbezeichnung bei Focke-Wulf Fw, die der Bayerischen
Flugzeugwerke Bf. Die niedrigste, bei 10 beginnende Nummernreihe erhielt die Firma Dornier
zugeteilt. Sie ging bis 26. Die ersten, nach dem neuen Verfahren bezeichneten
Flugzeugmuster waren z.B. die Ar 64, Do 10, Fw 44, He 42, Ju 52 und Kl 31, alles
Flugzeuge, die bereits bis zu 3 Jahren vor der Schaffung des RLM (Mai 1933) entstanden und
geflogen sind. (siehe auch Jet & Prop 1/03). (Karl Kössler) |
| Wußten Sie schon...
...daß die Etrich "Taube", eines der ersten
erfolgreichen Motorflugzeuge, ihre Flügelform dem Samen einer Pflanze verdankt? Zanonia
Alsomitra Macrocarpa ist die lateinische Bezeichnung eines im südostasiatischen
Raum heimischen tropischen Kürbisgewächses, das sich an Bäumen lianenartig bis zu einer
Höhe von 30 Metern emporrankt. Die Samen dieser Pflanze gleichen einem
"Nurflügel" mit ca. 15 cm Spannweite und weisen eine Gleitzahl von ca. 1:10
auf. Es gelingt den Samen bei Windstille, bis zu 300 Meter weit zu segeln. Das auffallend
stabile Flugverhalten dieser Samen fiel auch Igo Etrich (1879-1967) ins Auge und er ließ
diese Entdeckung erfolgreich in das Tragflächendesign seiner berühmten "Taube"
einfließen. (G. Schmid) |
 
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| Wußten Sie schon...
...daß der erste bemannte Raketen-Senkrechtstart in
Deutschland erfolgte? Lothar Sieber, eigentlich Pilot eines
Kampfzonentransporters Arado 232, wurde im Dezember 1944 als Einflieger zu der Firma
Bachem in Waldsee versetzt, wo er die Erprobung des neuen Raketenjägers Ba 349
"Natter" vorantreiben sollte. Mit der fantastischen Steigleistung von 11.300
m/min sollte die "Natter" als Abfangjäger gegen einfliegende Bomber Verwendung
finden. Am 1. März 1945 erfolgte der einzige bemannte Start einer "Natter" und
zugleich der erste bemannte Raketen-Senkrechtstart der Welt. Nach einer Flugzeit von nur
55 Sekunden, bei der eine Geschwindigkeit von über 1000 km/h erreicht wurde, stürzte die
Natter steil zu Boden. Lothar Sieber verlor hierbei sein Leben. Er geht als einer der
ersten Raumfahrtpioniere und als erstes Opfer der bemannten Raumfahrt in die Geschichte
ein. Von der "Natter" wurden bis Kriegsende 40 Maschinen gebaut, zum Einsatz
kamen sie jedoch nicht mehr. (Torsten Mörke) |

Lothar Sieber besteigt die Ba 349
"Natter" |
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...wie
fortschrittlich Flugmotoren bereits im Jahre 1942 waren? Als Beispiel
soll hier der u.a. in der Messerschmitt Bf 109 eingebaute Daimler Benz DB 605 dienen. Die
Firma Daimler Benz ist im Jahre 1926 durch die Fusion der Firmen Daimler und Benz
entstanden. Beide Firmen haben bereits im ersten Weltkrieg reichlich Erfahrung im Bau von
Flugmotoren gesammelt, so wundert es kaum, dass die Zusammenarbeit sehr fortgeschrittene
Motoren hervorbrachte. Der DB 605 ist eine Weiterentwicklung des DB 601 Motors. Es handelt
sich um einen V12 Reihenmotor mit hängenden Zylindern und von 33,9 auf 37,5 Liter
vergrössertem Hubraum. Während die A-Version noch 1475 PS leistete, konnte dieser Wert
schliesslich bis auf 2000 PS gesteigert werden. Diese Leistungen wurden
bereits bei nur 2.800 U/min. und einem Gesamtgewicht von nicht ganz 800 KG (inkl.
Schmierstoff und Kühlwasser) erreicht. Möglich machte dies eine
Benzin-Direkteinspritzung und ein einstufiger Turbolader, Technologien die auch heute noch
aktuell sind. Motoren dieser Baureihe sind häufig in Flugzeugmuseen ausgestellt. Unser
Tipp: Das Luftfahrtmuseum Laatzen/Hannover. Dort können sie die Entwicklung vom DB 601
zum DB 605 an Originalstücken nachverfolgen. Auch ein DB 603 ist vorhanden, allerdings
nur aus einer Bruchbergung stammend. (Torsten Mörke) |
 Daimler-Benz
DB 605 |
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...daß der
deutsche Bomber Arado Ar 234 das erste vierstrahlige Flugzeug der Welt
war? Der noch mit Landekufen ausgestattete Prototyp Ar 234 V-8 mit dem Stammkennzeichen
GK+IY hob am 4. Februar 1944 mit Versuchspilot Ubbo Janssen am Steuer vom Flugplatz
Alt-Lönnewitz zum Erstflug ab. Der von vier BMW 003 Turbinen angetriebene Vorläufer der
späteren C-Serie benötigte zum Rollen am Boden einen dreirädrigen Startwagen, der
sofort nach dem Abheben der Maschine ausgelöst wurde und am Boden zurückblieb. Die
Serienflugzeuge der C-Serie verfügten dann über ein Einziehfahrwerk (Foto). (GS) |
 Arado Ar 234 C-3 |
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...daß eines der
erfolgreichsten Triebwerke, das General Electric J-79 über 17.000 Mal
gebaut wurde? Bereits 1952 wurde bei General Electric von dem Deutschstämmigen Gerhard
Neumann mit der Entwicklung dieses Triebwerks begonnen. Ausgelegt war es als
Einwellen-Hochdruck-Axialturbiene mit 17stufigen Verdichter, dreistufiger Antriebsturbine
und 10 Brennkammern. Für den europäischen Markt wurde das J-79 in Kooperation der
deutschen Firmen BMW Triebwerksbau (heute MTU), der belgischen Firma Fabrique Nationale
sowie der italienischen Firma Fiat Aviazione ab 1970 in Lizenz gebaut. Mehr als 30 Jahre
fand das J-79 Verwendung, unter anderem in berühmten Flugzweugen wie der F-104
Starfighter, F-4 Phantom und der B-58 Hustler. (Torsten Mörke) |
 GE J-79 |
| Wußten Sie schon...
...daß der
sprichwörtlich Begriff "08/15" aus der Zeit des ersten
Weltkriegs stammt? Bereits im Jahre 1908 wurde bei der Firma Spandau mit der Entwicklung
eines neuen Machinengewehrs begonnen. Diese Entwicklung hat sich noch bis 1915
fortgesetzt, bis das neue Gewehr unter der Bezeichnung "08/15" in die
Serienfertigung ging. Mit über 130.000 gebauten Exemplaren hat sich das Gewehr schnell
zur Standardwaffe gemausert. Im Sprachgebrauch der Soldaten hat sich somit der Name des
Gewehrs für alle alltäglichen und normalen Dinge eingebürgert. Auch nach dem Krieg
hielt man an dieser Redewendung fest. Fast alle Deutschen Flugzeuge aus jener Zeit waren
mit dem "08/15" ausgestattet! (Torsten Mörke) |
 08/15 |
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